Begriffe
Virtuelle Teams
Von verschiedenen Standorten aus arbeiten die Mitglieder (gleichgültig ob aus derselben oder
verschiedenen Unternehmungen) eines virtuellen Teams am eigenen Arbeitsplatz bzw. Büro: in einer Zentralverwaltung, in verschiedenen Gebäuden, in verschiedenen Städten, Ländern, Kontinenten.

Projektwerkstatt
"Projektwerkstatt" bezeichnet eine Bürokonzeption, die für alle Eventualitäten offen ist – und in ihrer inneren Struktur schnell verändert werden kann. Die Flächen sind ausreichend breit und tief, so dass sich offene, frei möblierbare Büroflächen für Teams oder Arbeitsgruppen ergeben. Technisch sind diese Flächen aber gleichzeitig so vorgerüstet, dass auch notwendige Raumabschirmungen und Abtrennungen möglich sind. Damit Räume für konzentrierte Einzelarbeit genauso gebildet werden können, wie Kommunikationsräume für die Team- oder Experten-Gespräche und -diskussionen, wie Informationsveranstaltungen oder Brainstormings. Daneben sollten sich Team-Sekretariate und technische Service-Stationen abbilden lassen - zum Kopieren, Drucken, Faxen, Postversenden und die alltäglichen Bürohilfsdienste.
Die raumbildenden Systeme können sowohl deckenhohe Montage-Systeme, wie auch schnell verstell- oder verschiebbare hohe oder halbhohe Raum-Trennwände oder Raum-Stellwände sein
Für die Möblierung stehen leicht verstell- oder rollbare Elemente zur Verfügung: Einzeltische, Container, Kommunikationseinheiten zum Sitzen, zum Stehen bzw. zum Sitzen und Stehen, Aktenwagen und Kleinschränke, die sich ggfs. auch als Stehtische nutzen lassen.

Desk Sharing
Der Begriff "Desk Sharing" bezeichnet von verschiedenen Personen zu verschiedener Zeit benutzte Arbeitsplätze. Dies kann im Schichtbetrieb erfolgen oder wenn mehrere Mitarbeiter nur sporadisch, zu wechselnden Zeiten an einem Bürostandort arbeiten. Persönliche Arbeitsunterlagen werden in sogenannten „Caddies“ oder auch in normalen Arbeitsplatz-Containern aufbewahrt und bei Arbeitsbeginn an den Arbeitsplatz gefahren. Beim Desk Sharing gibt es weniger Arbeitsplätze als Beschäftigte. Desk Sharing-Arbeitsplätze sind daher raumsparend, müssen jedoch funktional und ergonomisch einfach an den jeweiligen Benutzer angepasst werden können.
Im Kapitel Desk Sharing finden Sie vertiefende Informationen zu Gestaltungsmöglichkeiten und Anforderungen an Desk Sharing-Arbeitsplätze.

Call Center
Zweck des Call Centers ist die qualifizierte Kundenbetreuung auf nationalen und internationalen Märkten. Eine Aufgabe, die nur mit hohem Aufwand an Informations- und Kommunikationstechnik zu erfüllen ist. Qualität und Umfang technischer Systeme sind daher auch hervorstechendes Kennzeichen für die Leistungsfähigkeit eines Call Centers.
Call Center-Arbeitsplätze sind typischerweise Desk Sharing-Arbeitsplätze. Daher muss bei ihrer Gestaltung auf eine leichte Anpassbarkeit an die persönlichen Bedürfnisse und Körpermaße der wechselnden Nutzer geachtet werden. Die größte Herausforderung bei der Gestaltung von Call Centern ist jedoch die akustische Optimierung.
Weitere Informationen zu Call Centern finden Sie in der Fachschrift Nr. 3 – Call Center.

Telearbeit
Telearbeit ist jede auf Informations- und Kommunikationstechnik gestützte Tätigkeit, die ausschließlich oder zeitweise an einem außerhalb der zentralen Betriebsstätte liegenden Arbeitsplatz verrichtet wird. Dieser Arbeitsplatz ist mit der zentralen Betriebsstätte durch elektronische Kommunikationsmittel verbunden. Telearbeit tritt in verschiedenen Formen auf. Sie kann z.B. in der Wohnung des Mitarbeiters (heimbasierte Telearbeit)oder auch unterwegs (mobile Telearbeit) erbracht werden. Ebenso setzen manche Arbeitgeber ihre Mitarbeiter bei ihren Kunden ein, wobei die gesamte Ausstattung, mit der diese arbeiten, dem eigenen Arbeitgeber gehört (On-Site-Telearbeit). Schließlich kann Telearbeit auch ausgeführt werden, indem Telearbeitsplätze in Telecentern (Satellitenbüro, Nachbarschaftsbüro) gebündelt werden.
Das Kapitel Telearbeit beschreibt Chancen der Telearbeit, Anforderungen an die Gestaltung und rechtliche Rahmenbedingungen.

Wohnbüros
Wohnbüros, auch Home Office, Office at Home genannt, sind Arbeitsstätten in der Privatwohnung von Selbständigen und abhängig Beschäftigten, die in der Praxis in zwei Ausprägungen auftreten:
- Aus Zentralverwaltungen ausgelagerte Betriebsstätte als Telearbeits-Büro im häuslichen Umfel abhängig Beschäftigter. Üblich ist eine alternierende Arbeit am Heimarbeitsplatz und – z. B. während eines Tages je Woche – an einem zentralen Standort des Arbeitgebers.
Die Arbeitsplätze unterliegen im Gegensatz zum Privat-Arbeitsplatz im Home Office in vollem Umfang den geltenden Arbeitsschutz-Vorschriften (siehe Telearbeit).
- Privater Arbeitsplatz zu Hause. Im Gegensatz zum Tele-Arbeitsplatz im Office at Home unterliegt er keinen arbeitsschutzrechtlichen Vorschriften.

Satellitenbüros
Satellitenbüros, gelegentlich auch als „Remote Office“ oder „Telework-Center“ bezeichnet, sind kleinere, dezentral organisierte Büroeinheiten zur funktionalen, kapazitiven oder infrastrukturellen Ergänzung der Zentralverwaltung. Vor dem Hintergrund immer größerer Aktionsradien, steigender Benzinkosten und einem wachsenden Bewusstsein für umweltfreundliches Verhalten dürften Satellitenbüros zunehmende Attraktivität gewinnen.
Typische Formen von Satellitenbüros sind:
- Filialbüros
Funktional spezialisierte Bürogebäude mit regionalem Standort nach Kunden-Gesichtspunkten.
- Regionalbüros
An regionalen Bedürfnissen ausgerichtetes Bürogebäude – etwa an der Peripherie der
Städte, beispielsweise zur Vermeidung langer Anfahrtswege und hoher Verkehrsbelastungen
für Kunden und Mitarbeiter – oft von Beschäftigten unterschiedlicher Unternehmen belegt. Sie sind eine Alternative zu Heimarbeitsplätzen. - Schwerpunktbüros
Kleine Büroeinheit – zum Beispiel an Verkehrs-Schwerpunkten (Flughafen) oder an der Peri-
pherie der Städte (bürgernahe Verwaltung) etc. - Spezialgebäude
Niederlassungen mit spezieller funktionaler Ausrichtung – wie zum Beispiel Konferenz- und Schulungszentren, Verkaufs- und Ausstellungsräume.

Non-Territorial-Office
Büroräume ohne oder mit nur teilweise fester Belegung durch persönlich zugewiesene Arbeitsplätze bzw. Arbeitsgruppen. Die meisten Arbeitsplätze im Non-Territorial-Office stehen allen Beschäftigten zur Verfügung und werden entweder nach fachlichem Bedarf (Spezialbüro) oder nach Anwesenheit (Nomaden) zugewiesen. Aufgrund steigender Flächenkosten steigt die Beliebtheit Non-territorialer Büros. In der Praxis kommen jedoch meist Mischformen zum Einsatz.

Business Center
Business Center sind "Büros auf Zeit" mit Dienstleistungs-Funktionen. Sie werden vollständig ausgestattet für eine begrenzte Zeit angemietet. Häufig werden die Räumlichkeiten von Business Centern zur gleichen Zeit von Mitarbeitern mehrerer Unternehmen genutzt. Dabei steht dem Mieter und seinen Mitarbeitern der volle Service der Business Center-Mitarbeiter zur Verfügung. Gelegentlich wird im Zusammenhang mit Business Centern auch von "Hoteling" gesprochen.

Business Club
Der Business Club ist eine spezielle Form des Non-territorialen Büros. Er optimiert die Raumnutzung für Interaktion und Kreativität. Gleichzeitig minimiert er die Flächennutzungskosten pro Mitarbeiter.
Business Clubs sind eine zentrale Anlaufstelle für Mitarbeiter. Hier findet sich ein ständig besetztes Sekretariat, eine gemeinsame Infrastruktur (wie Garderoben und Schließfächer, Postfächer und Handystationen, Drucker, Kopierer und Faxgeräte) sowie verschiedene Arbeitsplatzformen für unterschiedliche Tätigkeiten.




