Erfolgsfaktor "Gesundheit"
"Die Art und Weise, wie eine Gesellschaft die Arbeit, die Arbeitsbedingungen und die Freizeit organisiert, sollte eine Quelle der Gesundheit und nicht der Krankheit sein. Gesundheitsförderung schafft sichere, anregende, befriedigende und angenehme Arbeits- und Lebensbedingungen."
Aus: Ottawa-Charta zur Gesundheitsförderung (WHO, 1986)

Kosten arbeitsbedingter Erkrankungen
Laut einer Studie des BKK Bundesverbandes entstehen durch arbeitsbedingte Erkrankungen jährlich volkswirtschaftliche Kosten in Höhe von 43,9 Milliarden Euro. 9,2 Milliarden Euro werden durch Muskel-Skelett-Erkrankungen verursacht. An zweiter Stelle stehen – mit zunehmender Tendenz – psychische Erkrankungen. Diese sind für Kosten in Höhe von 4,7 Milliarden Euro verantwortlich.
Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) hat zudem berechnet, wie hoch die Kosten pro Arbeitsausfallstag für verschiedene Tätigkeitensarten und Einsatzbereiche sind. Ein Arbeitsausfalltag eines im Büro beschäftigten Mitarbeiters schlägt wie folgt zu Buche:
- bei durchschnittlichen Verwaltungstätigkeiten: 198 Euro
(86 Euro verursacht durch Lohn- und Lohnnebenkosten, 112 Euro verursacht durch den Wegfall der Bruttowertschöpfung), - bei Wissensarbeitsplätzen: 354 Euro
(96 Euro aus Lohn- und Lohnnebenkosten, 258 Euro durch den Wegfall der Bruttowertschöpfung).

Zunahme psychischer Erkrankungen
In geradezu besorgniserregender Weise sind psychische Erkrankungen auf dem Vormarsch. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) sieht in ihnen eine massive Bedrohung für die entwickelten Volkswirtschaften.
In den Statistiken der einzelnen Krankenkassen stehen sie meist an vierter Stelle der Krankheitsarten – hinter den Muske-Skelett-Erkrankungen, Atemwegserkrankungen und Verletzungen. Bedingt durch die meist langen Ausfallzeiten, haben sich psychische Erkrankungen in den Kostenstatistiken aber schon auf den zweiten Platz hinter die Muskel-Skelett-Erkrankungen geschoben (siehe "Kosten arbeitsbedingter Erkrankungen").
Überdurchschnittlich häufig betroffen sind jüngere Mitarbeiter. Diese scheinen sich in ihrer Arbeit und Arbeitsumgebung belasteter zu fühlen als ältere Kollegen. Außerdem haben Sie noch weniger Erfahrung im Umgang mit Stress oder anderen belastenden Situationen.

Arbeitsbedingte Gesundheitsbeeinträchtigungen
Eine weitere Ursache könnten die Arbeitsbedingungen selbst sein. Laut dem europäischen Forschungsinstitut EUROFOUND sind die Arbeitsbedingungen in Deutschland durch eine hohe Anforderungsintensität geprägt – bei gleichzeitig geringen Einflussmöglichkeiten der Mitarbeiter auf Arbeitsinhalte und -abläufe. Das verursacht Stress und kann leicht zu Überforderung führen.
Dabei kann sich eine große Anforderungsvielfalt durchaus auch positiv auf die Gesundheit der Mitarbeiter auswirken. Glaser und Herbig haben in ihren Untersuchungen nachgewiesen, dass vielfältige Arbeitsanforderungen einen positiven Einfluss auf das Allgemeinbefinden der Beschäftigten haben können (siehe buero-forum Fachschrift Nr. 10). Voraussetzung dafür ist jedoch eine ausgewogene Gestaltung der Arbeitsbedingungen und eine gesundheitsfördernde Einrichtung der Arbeitsräume.

Gesundheitsförderliche Arbeitsplatzgestaltung
Basis gesunder Arbeit sind ergonomische Arbeitsplätze, mit einstellbaren und bewegungsfördernden Möbeln, guten Licht- und Sehverhältnissen, einer auf die Arbeitsanforderungen abgestimmten akustischen Situation und einem zuträglichen Raumklima.
Darüber hinaus hat die Arbeitsplatzgestaltung auch einen wesentlich Einfluss auf die psychische Befindlichkeit der Mitarbeiter – z. B. durch die Einrichtung von Rückzugsmöglichkeiten, einer abwechslungsreichen Gestaltung und dem Ausdruck allgemeiner Wertschätzung der Mitarbeiter.
Tipps dazu finden Sie im Kapitel Arbeitsplatzgestaltung, in den Fachschriften des buero-forum sowie in "Erfolgsfaktor Büro" – Tipp 1 bis 3.
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