Nachhaltigkeit – Die Nutzerperspektive
Im Sommer 2008 wurden im Auftrag des bso rund 800 Unternehmen über ihr Auswahlverhalten beim Kauf von Büroeinrichtungen befragt. Damals gaben 47 Prozent aller Interviewten an, beim letzten Kauf von Büromöbeln auf ökologische Aspekte geachtet zu haben. Allerdings war die ökologische Qualität nur bei 4 % aller Unternehmen entscheidend für die spätere Auswahl der Produkte.
Office 21 / Fraunhofer IAO befragte im Jahr 2009 rund 250 Personen aus unterschiedlichen Unternehmen und Organisationen nach ihrer Meinung zur ökologischen Bürogestaltung. Neben der Ausstattung der Arbeitsplätze mit Mobiliar wurde auch die Eigenschaften der Informationstechnologie und des Gebäudes berücksichtigt wird. Die Ergebnisse belegen ein zunehmendes Interesse.

Die Ziele, die mit ökologischen Maßnahmen verfolgt werden, sind vielfältig
Mit 47 Prozent gab knapp die Hälfte der von Office 21 Befragten an, dass eine "ökologisch nachhaltige Gestaltung von Büroarbeit, -arbeitsplätzen, -infrastruktur" zum Zeitpunkt der Befragung für sie sehr wichtig oder zumindest eher wichtig war. Weitere 33 Prozent glauben, dass das Thema innerhalb von zwei bis drei Jahren für sie eine große Bedeutung haben wird.
Die wichtigsten Triebkräfte sind Imagesteigerungen (für 84 Prozent ist dieser Aspekt sehr oder eher wichtig), Beitrag zur Umwelt- und Ressourcenschonung (81 Prozent) und Kosteneinsparungen (73 Prozent).
Bei der Realisierung der Kosteneinsparungen dürften vor allem energetisch optimierte Gebäude und energiesparsame IT-Geräte im Fokus der Entscheider stehen. Zur Imagesteigerung und als Beitrag zur Umwelt- und Ressourcenschonung ist ein komplexes Gesamtpaket gefragt.

Unternehmen sind zu höheren Investitionen bereit
Um diese Ziele zu erreichen, sind 17 Prozent der befragten Unternehmen bereit, ein bis fünf Prozent höhere Investitionskosten in Kauf zu nehmen. 40 Prozent würden sechs bis zehn und 31 Prozent mehr als zehn Prozent höhere Kosten akzeptieren. Nur 12 Prozent wären nicht bereit, einen potentiellen Nutzen durch höhere Investitionen einzukaufen.

Wichtig sind Orientierungshilfen beim Kauf und umweltgerechtes Verhalten
Die Forscher des Fraunhofer Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation (IAO), Dr. Wilhelm Bauer und Stefan Rief, weisen auf zwei wichtige Voraussetzung hin, um ökologisch sinnvolle Maßnahmen treffen und ihr Nutzenpotential in vollem Umfang nutzen zu können:
Green Behaviour
Technische Maßnahmen zur Optimierung von Energie- und Ressourcenverbrauch müssen durch umweltbezogene Verhaltensänderungen ergänzt werden, um optimale Wirkung zu erreichen.
Transparenz
Ein schwerwiegendes Hemmnis für die konsequente Umsetzung ökologischer Maßnahmen sehen sie in der Unsicherheit über deren ökonomische und ökologische Auswirkungen
Im Bereich der nachhaltigen Gestaltung der Architektur ("Green Building") bieten die Gebäudezertifizierungssysteme umfassende Orientierung. Bei der Auswahl von Inneneinrichtungen ("Green Interior") sehen sich Entscheider und Anbieter derzeit dagegen noch einer großen Zahl von Nachhaltigkeitszeichen gegenüber, die meist nur einzelne ausgewählte Aspekte betonen. Um eine umfassende Orientierung zu schaffen, hat der europäische Dachverband der Büromöbelindustrie (FEMB) die Entwicklung eines Qualitätszeichens für Büroeinrichtungen initiiert, das die verschiedenen Nachhaltigkeitsaspekte vereinen soll. Erste Zertifizierungen sollen spätestens 2013 möglich sein.

Ergebnisse der Office 21 / Fraunhofer IAO – Studie "Green Office" zitiert nach Das Büro, Sonderheft Ökologie, Juni 2010.

Unter Anforderung an Büromöbel finden Sie eine Übersicht von Beurteilungskriterien für die Identifikation und Auswahl nachhaltiger Büromöbel.






