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Praxisbeispiele: öffentliche Unternehmen / Behörden

Ordnungsamt Frankfurt

YOL 15/2009 – Schwerpunkt Architektur: Die Architek­ten MEIXNER SCHLÜTER WENDT haben für das neue Frankfurter Ordnungsamt eine ebenso komplexe wie bis in die De­tails stimmige Raumfigur höchst raf­finiert entworfen und verknüpft. Das Flächenprogramm eines mittleren Hochhauses formten die Architekten zu einer hoch verdichteten, sechsgeschossigen Gebäudeschleife. Es gibt weder Innen- noch Außenseite, keine Straßen- und keine Hoffront.

Ein "offenes Amt mit kurzen Wegen" lautete der Auftrag, der bei begrenztem Budget glänzend erfüllt wurde, ohne ent­wurfs- oder ausführungsbedingte Mehr­kosten zu produzieren. Die verglaste, zwei­geschossige Eingangshalle am Gebäude­kopf wirkt wie eine Raumtasche, die aus der geschlos­senen Struktur herausgeschält wurde.

Empfangstresen, Counter, Sitzbänke über den Heizkörpern sowie Wand- und De­ckenkofferungen für die Technikeinbau­ten führen die Gebäudegeometrie im Inneren fort. Kalkuliert gesetzte Hell-dunkel-Kon­traste im Mobiliar, bei opaken Glastüren sowie im Terrazzoboden erleichtern die Orientierung. Dass die Amts-Kantine auch den Bewoh­nern der Umgebung offen ist, dass dar­über hinaus mit dem Gedanken gespielt wird, in der Eingangshalle Aus­stellungen, Vorträge und Lesungen zu ver­anstalten, zeugt von dem nicht nur for­malen Willen, sich in den Stadtteil zu inte­grieren.

MEIXNER SCHLÜTER WENDT sind dafür be­kannt, dass sie mit Wahrnehmungen spie­len. Dabei halten sie sich durchaus an die Spiel­regeln der Immobilienbranche, machen al­lerdings das ökonomisch motivierte Sta­peln zum baukünstlerischen Thema. Im sonst eher tristen Frankfurter Gallusviertel – einem "Hinterhof der Bankenmetropole" – haben sie eine zwischen Funktionalität und demonstrativer Öffnung changieren­de grandiose Raumskulptur geschaffen.

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Statistisches Bundesamt, Wiesbaden

YOL 9/2009 – Schwerpunkt Einrichtung: Nach 50-jähriger Nutzung des 1956 erbauten und 1995 als Kulturdenkmal ausgezeichneten Gebäudekomplexes des Statistischen Bundesamtes am Wiesbadener Gustav-Stresemann-Ring bestand dringender Sanierungsbedarf. Die Instandsetzung erforderte einen massiven Eingriff in die Bausubstanz. Die statisch-konstruktive Ausführung, insbesondere der Stahlskelettkonstruktion des Hochhauses, entsprach nicht mehr den baurechtlichen Vorschriften. Auch der Brandschutz und die Haus- und Elektrotechnik mussten auf den heutigen Stand der Technik gebracht werden.

Am 26. Juni 2009 wurde das neusanierte Gebäude offiziell wieder eröffnet und während eines "Tages der Architektur" der Öffentlichkeit vorgestellt. 

Ein wichtiger Aspekt der Sanierung sind zukunftsfähige, attraktive Bürolandschaften und Büroräume für alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Statistischen Bundesamtes. Im Inneren wurde eine effektive Schall- und Wärmedämmung sowie ein wirksamer Blend- und Sonnenschutz umgesetzt. Ein einheitliches Beleuchtungskonzept zieht sich durch alle Arbeits- und Funktionsbereiche. In den Büroräumen ermöglicht eine Direkt-/Indirektbeleuchtung ein ermüdungsfreies Arbeiten. Nicht mehr benötigte Archiv- und Nebennutzflächen, die sich bislang in den Mittelzonen des Gebäudes befanden, wurden aufgelöst. Die Mittelzonen wurden zu offenen Besprechungszonen, Medienpools und Teeküchen umgewandelt. 

Transparenz und Privatheit

Besonders wurde in der Planungsphase darum gerungen, die neuen Büros zur Flurseite mit durchsichtigen Glaswänden auszustatten. So sollte mehr Licht in die zuvor dunklen Flure gelangen und mehr Transparenz geschaffen werden. 

Und was ist mit den Menschen in den Büros? Wie fühlt man sich, wenn man hinter einer durchsichtigen Glaswand arbeitet und jeder und jede Vorbeilaufende auf den Schreibtisch gucken kann? Der örtliche Personalrat hatte Bedenken. So entstand die Idee eines Musterzimmers und einer Mitarbeiter-Befragung.

1.059 Mitarbeiter gaben ihr Votum ab. Und das Ergebnis war eindeutig: 50 Prozent waren für den im Musterzimmer gar nicht angebotenen kompletten Sichtschutz, 23 Prozent waren für die weitestgehende Sichtschutzvariante des Musterzimmers. Der Personalrat fasste dies als Aufgabe auf, sich für einen möglichst weitgehenden Sichtschutz einzusetzen. Die Fronten wurden zunehmend härter – bis das Verfahren schließlich vor dem Verwaltungsgericht Wiesbaden mit einem Vergleich endete. Die schönen Glaswände der neuen Büros haben nun im mittleren Bereich milchige Sichtschutzstreifen.

Umbau in Zahlen

Einige Zahlen zum Umbau veröffentlicht das Statistische Bundesamt ebenfalls:

  • Umbauzeit für Bauteile A + C: 3,5 Jahre
  • Büroarbeitsplätze: 1.050
  • Neu verlegte Teppichfläche: 19.980 qm
  • Höhe des Gebäudes: ca. 50 m
  • Geschosse: 14
  • Sanierungskosten des Bauabschnitts A: ca. 46. Mio. €
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Vorgestellte Beispiele:

  • Ordnungsamt, Frankfurt
  • Statistisches Bundesamt, Wiesbaden

Ordnungsamt, Frankfurt:

Bildquelle: MEIXNER SCHLÜTER WENDT

Statistisches Bundesamt, Wiesbaden:

Bildquelle: Statistisches Bundesamt Wiesbaden
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