
Bildschirmarbeit
Daten und Fakten
- 18 Millionen Arbeitsplätze in Deutschland sind Bildschirmarbeitsplätze
- Die Weichen für die Produktivität werden auch in produzierenden Unternehmen zu 60 bis 80% an Büroarbeitsplätzen gestellt – in der Unternehmensführung, an Arbeitsplätzen der Entwicklungsabteilung, in Vertrieb und Marketing, der Arbeitsvorbereitung, der Finanzabteilung, im Einkauf und anderen administrativen Arbeitsplätzen.
- Der Löwenanteil der Kosten im Büro geht auf das Konto der Personalkosten. Flächen- und Einrichtungskosten spielen nach Berechnungen des buero-forum eine nachrangige Rolle. Im Einzelnen sieht die Verteilung wie folgt aus:
> 80% der Bürokosten sind Personalkosten.
> 14-15% entfallen auf Gebäude- und Flächenkosten.
> 4-5% der Kosten werden für Sachmittel inkl. Bürotechnik aufgewendet.
> 1-2% der Gesamtkosten sind Einrichtungskosten. - Zu ähnlichen Ergebnissen kamen im Jahr 2000 auch die US-amerikanischen BOSTI Associates. Sie errechneten, dass in US-Amerikanischen Unternehmen die Arbeitsplatzkosten (Gebäude, Möblierung, Betrieb) bezogen auf einen 10-Jahres-Zeitraum gerade einmal 5% aller Bürokosten verursachen. 5% der Kosten entfallen auf Betriebskosten, 10% auf Technologie und 80% der Gesamtausgaben auf Personalkosten. Gleichzeitig wurde die Arbeitszufriedenheit der Mitarbeiter zu 24% durch das Büro- und Arbeitsplatz-Design (Raumart, Privatheit, Möblierung, Klima, Akustik etc.) bestimmt.
- Nahezu jede vierte Krankschreibung wird durch Erkrankungen des Muskel-Skelett-Systems verursacht (Quelle: Jährliche Berichte der gesetzlichen Krankenkassen).
- 34,3% der Beschäftigten in Verwaltungsberufen leiden zumindest gelegentlich unter Schmerzen im unteren Rückenbereich (Kreuzschmerzen), 47,8% leiden unter Schmerzen im Nacken, 33,3% unter Kopfschmerzen und 28,3% unter Brennen, Schmerzen oder Rötungen der Augen (Quelle: Erwerbstätigenbefragung 2006 der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) und des Bundesinstituts für Berufsbildung (BiBB)).
- Deutsche Unternehmen verzichten auf 36% der möglichen Arbeitsleistung an Büroarbeitsplätzen, weil räumliche und organisatorische Voraussetzungen schlecht gewählt sind und Arbeitsplätze nicht den ergonomischen Anforderungen entsprechen (Quelle: Office-Excellence-Check des Fraunhofer-Instituts für Arbeitswirtschaft und Organisation).

Bildschirmarbeitsplätze und Gesundheit
"Mehr als zwei bis vier Stunden tägliche Arbeit am Computer und eine ungünstige Gestaltung des Arbeitsplatzes sind Risikofaktoren, die bereits zu gesundheitlichen Schäden führen können,“ sagt der New Yorker Facharzt für Überlastungsschäden, Dr. Emil Pascarelli. Seine Forschungen haben ergeben: Überlastung und Fehlhaltung führen zu Sehnen- und Muskelschäden.
Die Risikofaktoren
Die größten Risikofaktoren sind nach Erkennntis von Prof. Dr. Dieter Lorenz, Arbeitswissenschaftler am Fachbereich Sozial- und Kulturwissenschaften der Fachhochschule Gießen-Friedberg
- die Sitzhaltung des Benutzers nicht stimmt,
- der Abstand und der Winkel zum Bildschirm falsch ist,
- der Monitor eine schlechte Auflösung hat
- und sich Leuchten darin spiegeln.
Unter diesen Voraussetzungen, so Lorenz, bekomme der Mitarbeiter am Computer "schwere körperliche Probleme". Dabei spiele nicht nur der Computer eine Rolle, sondern auch Tisch, Stuhl und Beleuchtung.
Schwere Schäden oft erst nach Jahren
Für Lorenz steht fest, dass von den 86 Millionen Fehltagen pro Jahr, die allein auf Rückenleiden zurückzuführen sind, ein großer Teil auf das Konto schlecht gestalteter Bildschirmarbeitsplätze geht. Viele Arbeitgeber und ihre Mitarbeiter würden diese Probleme unterschätzen. Augenbrennen und Kopfschmerzen treten nicht sofort bei Einschalten des Computers auf und gingen abends wieder weg. Und weiter: "Probleme an Knochengerüst oder Nerven zeigen sich erst nach Jahren." Dann sei es allerdings meistens zu spät, um mit Hilfe eines ergonomischen Arbeitsplatzes noch etwas zu retten.
Tipps und Informationen Arbeitsplätze gestaltet werden sollten, um diese Spätfolgen zu vermeiden, finden Sie unter Sitzen und Stehen.
Auch Akustik, Licht, Klima und Farbgestaltung haben wesentlichen Einfluss, auf Gesundheit und Wohlbefinden der Mitarbeiter.

Bildschirmarbeitsverordnung
Wichtigste Grundlage der ergonomischen Gestaltung von Büroarbeitsplätzen ist die Bildschirmarbeitsverordnung, die jedem Arbeitgeber eine "Gefährdungsbeurteilung" der vorhandenen Büroarbeitsplätze vorschreibt. Diese auf einer EU-Richtlinie beruhende gesetzliche Grundlage nennt nicht nur die Bedingungen für Bildschirm, Tastatur, Büro-Arbeitstisch und Büro-Arbeitstuhl, sondern bezieht sich auch auf die Umgebung: Platzbedarf, Beleuchtung, Reflexe und Blendung, Lärm, Klima, Strahlungen und Luftfeuchtigkeit. Außerdem werden Mindestanforderungen an die Software gestellt.

Links und weiterführende Informationen
Den Wortlaut der Bilschirmarbeitsverordnung(BildschArbV) können Sie unter www.gesetze-im-internet.de nachlesen.
In der Fachschriften "Office Check" finden Sie eine Checkliste, mit der Sie die Qualität Ihrer Büroarbeitsplätze überprüfen können.
Unter Forschungsberichte und dem Stichwort "Ergonomie" finden Sie die Ergebnisse einer im Jahr 2006 durchgeführten Evaluierung der Bildschirmarbeitsverordnung.
Ein typisches "Büroleiden" neben Rückenschmerzen und Augenbrennen ist die Repetitive Strain Injury (RSI) – auch Mausarm genannt. Ausführliche Informationen zu diesem Thema finden Sie zum Beispiel unter www.repetitive-strain-injury.de.
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- Verteilung der Bürokosten




