Ergonomische Grundlagen
Fast ein Viertel aller Arbeitsunfähigkeitstage wird durch Erkrankungen des Muskel-Skelett-Systems verursacht.
| Erkrankung des Muskel-Skelett-Systems | 23,7% |
| Psychische und Verhaltungsstörungen | 16,8% |
| Erkrankungen des Atmungssystems | 14,6% |
| Verletzungen und Vergiftungen | 8,1% |
| Krankheiten des Verdauungssystems | 6,5% |
| Neubildungen | 6,5% |
Quelle: Barmer Gesundheitsreport 2009
Nach Schätzungen der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) verursachen alleine die Erkrankungen des Muskel-Skelett-Systems Produktionsausfälle in Höhe von rund 8,5 Milliarden Euro jährlich.
Häufige Ursache für diese Leiden ist Bewegungsmangel.

Der passive Bewegungsapparat
Wirbelsäule und Bandscheiben
Bei aufrechter Haltung im Stehen ähnelt die Form der Wirbelsäule einem doppeltem "S". Im Bereich der Lendenwirbel wölbt sie sich nach innen (Lordose) im Bereich der Brustwirbel nach außen (Kyphose) und im Bereich des Nackens wieder nach innen. Die zwischen den einzelnen Wirbeln liegenden Bandscheiben werden dabei relativ gleichmäßig belastet.
Wird der Rumpf bewegt, nähern sich die jeweiligen Enden der Wirbelkörper an und die Bandscheiben werden in diesem Bereich zusammengedrückt. Dies geschieht auch beim Sitzen ohne Beckenstütze und Rückenlehne. Das Becken kippt nach hinten und der so genannte Rundrücken entsteht. Deshalb sollten Bürostühle immer eine ergonomisch geformte Sitzfläche haben und eine ausreichend hohe Rückenlehne mit einer Lordosenstütze.
Ein guter Bürodrehstuhl sollte außerdem über eine Synchronmechanik verfügen, die dynamisches Sitzen und entspanntes Zurücklehnen ermöglicht. Denn auch Bandscheiben benötigen Bewegung. Ihre Nährstoffversorgung erfolgt anhand von Diffusion, also durch Transport der Nährstoffe anhand von Druckgefälle bzw. durch wechselndes Zusammendrücken und Entlasten der Bandscheiben. Optimal sind daher häufige Haltungswechsel.

Der aktive Bewegungsapparat
Muskulatur
Ebenso wie die Bandscheiben benötigt auch die Muskeln Bewegung. Statische Haltung führt auf Dauer zu Verspannungen. Um so wichtiger ist es, möglichst viel Abwechslung und Bewegung in den Arbeitsalltag einzuplanen. Probate Mittel hierfür sind dynamisches Sitzen und Steh-Sitz-Dynamik.

Folgen von Bewegungsmangel
- Reduzierung der Muskelaktivität
- Belastung der Bandscheiben
- Beeinträchtigung des Blutkreislaufs und der Sauerstoffversorgung von Gehirn und Organen
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