Steh-Sitz-Dynamik
Als Steh-Sitz-Dynamik wird der häufige Wechsel der Körperhaltung zwischen dynamischem Sitzen, Stehen und Bewegen bei der Büroarbeit bezeichnet.

Empfehlungen
- Häufiges Aufstehen von kurzer Dauer ist günstiger als lange Stehpausen.
- Statisches Stehen sollte vermieden werden.
- Die einzelnen Stehpausen sollen nicht länger als 20 Minuten dauern.
- 2 bis 4 Haltungswechsel pro Stunde sind empfehlenswert.
Gemäß den Empfehlungen der Schweizerischen Unfallversicherungsansalt Gesundheitsschutz (SUVA) kann folgende Faustregel herangezogen werden: 60 Prozent dynamisches Sitzen, 30 Prozent Arbeiten im Stehen und 10 Prozent geziehltes Umhergehen (Wege zum Kopierer, Botengänge, etc. – siehe Anordnung der Arbeitsplätze).

Wie kann Steh-Sitz-Dynamik erreicht werden?
Um positive Effekte zu erreichen, müssen organisatorische und räumliche Voraussetzungen geschafft werden und die Mitarbeiter für ein verändertes Verhalten sensibilisiert werden:
- Verhaltenstraining und Aufklärung der Mitarbeiter, damit jede Möglichkeit zum Haltungswechsel genützt wird (Verhaltensprävention).
- Schaffung technischer Voraussetzungen – beispielsweise durch den Einsatz von Sitz-Steh-Arbeitstischen (Verhältnisprävention)
- Arbeitsabläufe zu Gunsten von mehr Bewegung verändern: z. B. durch Telefonieren im Stehen, Besprechungen im Stehen udn Ortswechsel bei der Arbeit – etwa beim Gang zum Drucker. (Verhältnis und Verhaltensprävention)

Positive Effekte der Steh-Sitz-Dynamik
Zahlreiche empirische Untersuchungen befassen sich mit den positiven Effekten der Steh-Sitz-Dynamik im Allgemeinen und höhenverstellbarer Sitz-Steh-Arbeitstische im Besonderen. Eine Auswahl einschlägiger Studien finden Sie im Kapitel Infoservice unter Forschungsberichte.
Zusammenfassend lassen sich folgende Effekte benennen:
- Reduzierung der bei sitzender Tätigkeit üblichen Belastungen des Rückens und des Nacken-Schulterbereichs um bis zu 30%.
- Nachweisliche Verbesserung der Motivation und der Arbeitszufriedenheit.
- Leistungs- und Effizienzsteigerung durch Steh-Sitz-Dynamik (bis zu 20%).
- Zeitgewinn, da im Stehen beispielsweise kürzer, gleichzeitig aber auch freundlicher und bestimmter telefoniert wird.
Die etwas höheren Anschaffungskosten für geeignete Möbel fallen dagegen nur wenig ins Gewicht.

Verhaltensergonomie
Damit die Möglichkeiten der Steh-Sitz-Dynamik von den Mitarbeitern wirklich genutzt werden, muss der Aufwand für den Haltungswechsel so gering wie möglich gehalten werden. Dies kann z. B. durch bequemes Höhenverstellen des Arbeitstisches durch einen einfachen Knopfdruck ermöglicht werden. Wird stehende Arbeit nicht durch einen verstellbaren Arbeitstisch, sondern durch zusätzliche Stehpulte oder Tische ermöglicht, sollten diese sich in unmittelbarer Nähe des Arbeitstisches befinden, um so ein einfaches Zugreifen auf alle Unterlagen zu ermöglichen.
Vor der Einführung sollten die Mitarbeiter über den Sinn und Zweck und die richtige Anwendung der Möbel informiert werden. Sinnvoll ist es, mit dieser Information eine Schulung zu verbinden, die Betroffene dabei unterstützt, neue persönliche Arbeitsstrategien für sitzende und stehende Tätigkeiten zu entwickeln. Die Mitarbeiter sollten außerdem lernen, statisches Stehen über längere Zeit zu vermeiden und stehende Tätigkeiten mit gelegentlichen Haltungswechseln zu verbinden.
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