
Flächeneffizienz
Büroflächen – reduzieren, verdichten, auflockern?
Willi Schneider, Vorsitzender buero-forum, stellvertretender Vorsitzender Deutsches Netzwerk Büro
Die Mieten für Büroflächen steigen wieder, die Nebenkosten werden aufgrund der steigenden Energiepreise bis zu 40% der m²-Preise erreichen - so jedenfalls beurteilen Immobilienmakler die derzeitige Situation am Mieter-Markt.
Da ist es nahe liegend, über Einsparmöglichkeiten nachzudenken. In vielen Fällen kann dies gelingen, denn mancher bislang schlecht oder ungenutzte Bereich lässt sich bei kreativem Nachdenken doch noch gut nutzen. Und manche Flächen sind in der wirtschaftlichen Rezessions-Phase nicht im Gleichtakt angepasst worden.
Aber Büroflächen um 30% pro Arbeitsplatz reduzieren?
Bei Gebäude- und Konstruktionsfläche, Haustechnik und Verkehrstechnik sind solche Reduzierungen oder Verdichtungen von vorneherein ziemlich aussichtslos! Bleiben die Nebenflächen - hier lässt sich sicher über die eine oder andere Funktion nachdenken.
Auch die Arbeitsplatzflächen können in vielen Fällen effektiver genutzt werden. Das so genannte nonterritoriale Büro - die nicht personenbezogenen Büroarbeitsplätze für häufig abwesende Mitarbeiter wie Außendienstler, Service-Beauftragte o. ä. Funktionen bieten Möglichkeiten. Eine weitere Möglichkeit ist die kritische Analyse der Arbeitsabläufe, Geschäftsprozesse und des gewünschten Kommunikations- und Informationsverhaltens innerhalb einer Unternehmung. Auf manchen individuellen Besprechungstisch kann verzichtet werden, wenn stattdessen kompakte und allgemein zugängliche Besprechungszonen eingeführt werden. Dies muss dann nicht zu negativer Verdichtung führen.
Vielleicht ist aber auch die Suche nach einer intensiveren Flächen-Nutzung nicht unbedingt der vernünftige Planungsansatz. Eine neue Analyse der Arbeitsprozesse und des gewünschten Kommunikationsverhaltens könnten evtl. der deutlich bessere Denkansatz sein.
Ein geänderter Flächen-Ansatz wird sich dann als positiver Nebeneffekt zwangsläufig einstellen. Wie unterschiedliche Ansätze bei der Gestaltung der Arbeitsprozesse und bei der Suche nach einer besseren informellen Kommunikation und Information schließlich zu ganz unterschiedlichen Raumkonzepten und Raumnutzungen führen können, zeigen die nachfolgenden fünf Planungsalternativen für eine Verwaltung im Ruhrgebiet.










