

| Farbe in der Innenarchitektur
Prof. Klaus Palm, Berlin
|
 |  | 
|  Bildquelle: INQA-Fotodatenbank (art aqua)
|
| Der mitteleuropäische Stadtmensch verbringt über 90 Prozent seiner Lebenszeit in Innenräumen. Der Innenraum wird zur Umwelt, die der Mensch mit Mobiliar, Material, Licht und Farbe gestaltet.
Farbe umspannt in ihrer Bedeutung fast den gesamten Lebensbereich des Menschen.
Farbe ist immer eine Botschaft, die auf mehrfache Weise gedeutet und verarbeitet wird.
Eine einheitliche Anerkennung und Wertschätzung von Farbgestaltungen ist die Ausnahme. In der Regel wird eine realisierte Farbgestaltung kontrovers diskutiert.
Architektur und Farbe
Die Farbe prägt stärker als die Form das visuelle Gesamtbild von Architektur. Die dominante Eigenschaft der Farbe gegenüber der Form basiert auf folgenden Faktoren:
- Farbe zieht Blicke auf sich,
- profiliert, individualisiert, repräsentiert,
- verändert visuell formale Gestaltzusammenhänge und
- hat einen hohen emotionalen Stimmungswert.
|
 |  | 
|  Bildquelle: INQA-Fotodatenbank (art aqua)
|
| Farbe hat mehrere Grundfunktionen:
Ästhetik (Harmoniebewertung)
Die Gestaltungsfunktion von Farbe besteht darin, durch geeignete Kombinationen psychodynamisch angenehme Empfindungen auszulösen. Die verschiedenen Farbkombinationen stehen im Wirkungszusammenhang mit der jeweils speziellen Anwendung. Ästhetische Beziehungen der Farben untereinander werden je nach Funktion als angemessen oder unangemessen empfunden und bewertet.
Psychodynamik (Eingriff in das Bio-System des Menschen)
Farben haben Einfluss auf das körperliche und seelische Befinden des Menschen. Mit zunehmender Flächengröße steigern sich einige psychodynamische Eigenschaften wie Temperaturempfinden und Raumdichteempfindungen. Empfindungen verlaufen fließend und sensibel von „warm“ über „neutral“ bis „kalt“.
Die Raumdichte (Entfernungsempfindungen)
Durch Farbe können größere Sichtflächen näher oder entfernter erscheinen, als sie tatsächlich sind. Die Regeln sind: Mit zunehmender Helligkeit und Blauanteilen wirken große Flächen entfernter, offener und in Innenräumen den Raum erweiternd.
Umgekehrt wirken dunkle Farben mit zunehmendem Rotanteil und Buntgrad den Raum verengend (dichter, näher, bedrückender, schwerer, aber auch beschützender, gemütlicher).
Licht (Beleuchtung)
Durch Veränderung der Lichtfarbe (Farbtemperatur) und/oder der spektralen Zusammensetzung (Farbwiedergabe-Eigenschaft) des Lichts verändert sich die Oberflächenfarbe.
Sichtflächen
Der Farbton einer ebenen Fläche wird durch Flächengröße, Materialstruktur, Glanzgrad, einer Überstrahlung von anderen Sichtflächen und des Farbumfeldes (Simultaneffekt) beeinflusst. In Räumen verändern sich die verschiedenen Oberflächenfarben durch gegenseitige Farbüberstrahlungen. Eine weiße Wandfläche kann also durch Reflexion von anderen Raumfarben in ihrem Farbcharakter erheblich verändert werden.
Wahrnehmungsdynamik
Farben werden positive und negative Wirkungen zugeordnet:
- Weiß symbolisiert rein, unschuldig, klar, sicher, sauber, hygienisch – aber auch leblos, farblos, schwach,
- Schwarz steht für gefahrvoll, Angst auslösend – aber auch für festlich und stark,
- Unbunte Farben mittlerer Helligkeit wirken stumpf, passiv und entfernungsdynamisch neutral. Ein mittleres Grau wirkt elegant, zurückhaltend, neutral vornehm und stark – aber auch krankhaft lähmend, schmutzig, pessimistisch und unbestimmt.
Klaus Palm, Berlin, ist Hochschullehrer für „Farbenlehre und Oberflächentechnologie" an der Universität der Künste der TU Berlin. Der Bericht wurde auszugsweise dem „Handbuch Innenarchitektur 2009/10“ – erschienen im Callwey Verlag, München, entnommen.
Weitere Informationen zum Thema Farbe finden Sie unter www.buero-forum.de. |
 |
| Health to Business – das gesunde Büro aus ganzheitlicher Sicht
|
| Das Institut für Betriebliche Gesundheitsförderung BGF der AOK Rheinland/Hamburg und Hochtief Construction haben gemeinsam ein umfassendes Werk über das Büro erstellt: „health2b – Das gesunde Büro“. Fokus der Publikation ist die Gesundheit der Büroarbeiter. Erfasst werden alle Aspekte von der Grundstücksauswahl bis zur Ergonomie. Zielgruppe des Buchs sind Bauherren, Architekten, Planer, Berater und Ausführende. Es ist auch für Büroeinrichter als Informationsgrundlage sehr gut geeignet.
Die Gesundheit der Mitarbeiter wird zu einer zentralen Voraussetzung für jedes Unternehmen. Durchschnittlich 17 Kalendertage pro Jahr gehen in Deutschland durch Arbeitsunfähigkeit verloren. Die daraus resultierenden Ausfallkosten summieren sich auf fast 51 bis 70 Milliarden Euro. Dazu kommen die Kosten für die Entgeltfortzahlung, Vertretungsregelungen oder Überstunden.
Gesundes Bauen ist viel mehr als nur ein ökologisch unbedenklicher Baustoff. Es geht bereits um den ersten Eindruck des Gebäudes, seine Umgebung, den freundlichen, einladenden Zugang, den offenen Empfang, die bewegungsfreundliche Aufteilung (Grundrissgestaltung), die gewollten und damit geplanten formellen oder informellen Kommunikations-Punkte, die Flexibilität und Mobilität, die Farben und die Geräuschaufnahme, die Stress-Reduzierung und nicht zuletzt den Eindruck: „Hier kann man gut und gesund arbeiten“.
Das ca. 180 DIN-A4-Seiten starke Baubuch ist als Loseblattausgabe konzipiert. Das Werk ist auf individuelle Nachfrage zu beziehen bei:
Institut für Betriebliche Gesundheitsförderung BGF GmbH, Heinz Kowalski, Neumarkt 35-37, 50667 Köln, Tel. 0221/27 18 01 01, heinz.kowalski@bgf-institut.de |
 |
|
In Teams arbeiten die Menschen produktiver
|
 |  | 
|  Bildquelle: INQA Fotodatenbank
|
| Der Traum vom Arbeitsplatz daheim ist so alt wie die moderne Bürowelt. Endlich einmal weg vom grauen Schreibtisch, von nörgelnden Kollegen und vom Krawattenzwang. Viele glauben, dass man zu Hause nicht nur freier ist, sondern auch effizienter arbeitet. Lehrer wissen aus eigener Erfahrung, dass das ein Irrtum ist – und mittlerweile sind auch die Ökonomen informiert, die jetzt erforscht haben, wie Menschen allein und in Teams arbeiten.
Das wichtigste Ergebnis der Studie:
In der Regel sind Teams gemeinsam deutlich produktiver als Mitarbeiter, die einzeln vor sich hinwerkelten.
Aus ihren Beobachtungen schließen die Forscher, dass die Teams vor allem deshalb produktiver sind, weil sich die anderen Teammitglieder von guten Kollegen unter Druck gesetzt fühlen. Einen besonders guten Mitarbeiter in ein Team zu integrieren, das bringt also zweierlei. Er erbringt seine eigene gute Leistung und er steigert auch noch die Leistung derjenigen, die mit ihm zusammenarbeiten.
Arbeitgeber können aus den Studien viele Konsequenzen ziehen:
Ein Home Office ist gefährlich. Selbst besonders gute Mitarbeiter werden schlechter, wenn sie nicht mit Kollegen zusammenarbeiten, für besonders schlechte gilt das erst recht.
Zudem ist es für alle Mitarbeiter kontraproduktiv, die Motivierten, Schnellen und Effizienten daheim arbeiten zu lassen, denn dann wird das ganze Team schlechter.
Und für manche sicher überraschend – sollten Teams keinesfalls nach Leistung aufgeteilt werden. Die Guten und die Schlechten voneinander zu trennen ist nicht sinnvoll. Vielmehr lohnt sich eine gute Mischung. Denn die Starken können die weniger Starken mitziehen. So gelingt es, gemeinsam mehr zu schaffen.
Nach Armin Falk und Andrea Ichino: „Clean Evidence and Peer Effects", Journal of Labor Economics, 24 (1), 2006, Seiten 39-57, und Alexandre Mas und Enrico Moretti: „Peers at Work", in: American Economic Review, 99 (1), 2009, Seiten 112-145. |
 |
| IAO-Studie „Information Work 2009“ |
 |  | 
|  Information Work 2009, Fraunhofer IAO
|
| Die Kreativität und das Engagement der Mitarbeiter stärken und zur Sicherung des wirtschaftlichen Erfolgs nutzen – für innovative Unternehmen ist dies ein wesentlicher Erfolgsfaktor.
Wenn die Performance (Arbeitsleistung) von Wissensarbeitern signifikant erhöht werden soll, gilt es zunächst, insbesondere räumliche, technische und organisatorische Hemmnisse zu beseitigen.
Das stellen die Wissenschaftler des Fraunhofer Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation (IAO) als Resümee ihrer empirischen Untersuchung „Information Work 2009“ fest. Die Studie zeigt auf, dass insgesamt betrachtet Wissensarbeit noch längst nicht auf einem akzeptablen Produktivitäts- und Performance-Niveau angelangt ist. Der ermittelte recht niedrige Mittelwert von 55,3 Prozent weist nachdrücklich auf vorhandene, aber offensichtlich häufig ungenutzte Potenziale bei Büro- und Wissensarbeit hin.
Bei ihren Untersuchungen haben die Forscher vier wesentliche Typen von Wissensarbeit identifiziert und beschrieben. Deren jeweils spezifisches Arbeitsumfeld – sowohl in technologischer als in räumlich-organisatorischer Hinsicht – zeigt eine Reihe von deutlichen Unterschieden auf.
Die Erhöhung der Arbeitsautonomie – das „Einräumen und Nutzen können“ – sowohl inhaltlicher als zeitlicher aber auch örtlich-räumlicher Freiheitsgrade und Wahlmöglichkeiten trägt bei Wissensarbeitern nicht nur zur Förderung von Zufriedenheit und Wohlbefinden bei, sondern steigert auch deren Performance.
Zudem gilt: Je höherwertiger die Qualität der zur Verfügung stehenden IuK-Ausstattung ist, desto besser ist im Allgemeinen auch die Prozess-Performance der Wissensarbeiter.
Investitionen in eine qualitätsvolle, hochwertige und moderne Technologie- und Technik-Ausstattung verbessern die Produktivität bei Büro- und Wissensarbeitern entscheidend.
Ein überaus lohnender Ansatz also, die räumliche Gestaltung und die technologische Ausstattung zu überprüfen und Investitionen zu planen.
Die vollständige Studie – 60 Seiten, mit zahlreichen Abbildungen und Grafiken – ist erhältlich über den IAO-Shop http://shop.iao.fraunhofer.de. Die dargestellten Ergebnisse basieren auf den Angaben von 1.020 Studienteilnehmern, die im Zeitraum von Januar 2008 bis Dezember 2008 an der web-basierten Erhebung „Information Worker Check“ (IWC) (www.iw.web-erhebung.de) teilgenommen haben. Die Studie wird fortgesetzt und das Portal ist auch weiterhin frei zugänglich. Schon jetzt darf man gespannt sein, welche Erkenntnisse die nächste geplante Auswertung im Jahr 2010 erbringen wird. |
 |
|
Häusliche Arbeitszimmer sind wieder absetzbar
|
| Gute Nachrichten für all die, die einen Teil ihrer Arbeit zu Hause an einem Büroarbeitsplatz erledigen. Sie können die Aufwendungen für ein Arbeitszimmer (zunächst) wieder steuerlich absetzen. Denn der Bundesfinanzhof (BFH) bezweifelt, dass die seit 2007 geltende starke Einschränkung der Abziehbarkeit verfassungsgemäß ist.
Damit werden nun zum Beispiel Lehrer, Hochschullehrer und Außendienstmitarbeiter wieder begünstigt. Genauso wie angestellte Rechtsanwälte, Steuerberater, Wirtschaftsprüfer oder Unternehmensberater. Sie können unter Berufung auf diesen Beschluss des BFH in ihrer Einkommensteuererklärung entsprechende Aufwendungen, wie anteilige Mietkosten und Mietnebenkosten, Heizungs- und Reinigungskosten, Hausratversicherung, Strom- oder Renovierungskosten und Abschreibungen, wieder geltend machen. Bis zur endgültigen Entscheidung des BFH dürfte das Finanzamt die Aufwendungen anerkennen.
Quelle: „Der Steuertipp – Arbeitszimmer sind wieder absetzbar“ von Michael Kemper in Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung vom 19.9.2009.
Weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie unter www.buero-forum.de. |
 |
| Future Office
Flächenoptimierung bei Neubau und im Bestand |
 |  | 
|  Future Office, management forum starnberg und Quickborner Team
|
| An Vorstände, Geschäftsführer und Führungskräfte aus den Bereichen Liegenschaften und Bau, Immobilien, Facility Management, Verwaltung und Organisation sowie Architekten und Innenarchitekten wendet sich eine Veranstaltung, die am
17. und 18. November 2009
in der BMW-Welt in München
vom management forum starnberg
zusammen mit dem Quickborner Team
durchgeführt wird. Vertreter namhafter Unternehmen werden über zukunftsweisende Office-Konzepte berichten, u.a.
- Unilever über die Planung der Büros in der Hamburger Hafen City,
- Google gibt Einblicke in eine neue Arbeitswelt,
- Deutsche Bank berichtet über Vereinfachung als Erfolgsfaktor im globalen Unternehmen und
- E-Plus stellt einen aus seiner Sicht optimalen Planungsprozess vor.
Ansprechpartnerin beim management forum starnberg ist Frau Stefanie Spies, stefanie.spies@management-forum.de.
|
 |
| - Platzmangel in Büro und Labor,
- Lärm durch Gespräche und Besprechungen,
- Überlastung und Zeitdruck durch die Arbeitsmenge und
- ständiges Hin- und Herspringen zwischen unterschiedlichen Aufgaben
führten bei der SICK AG sowohl zu Behinderungen bei der operativen Arbeitsausführung als auch zu erhöhter Unzufriedenheit und Frust bei den Mitarbeitern. Als Symptome nannten die Mitarbeiter u.a. erhöhte Fehlerquoten und geringe Zeitpuffer.
Insgesamt waren sich Führungskräfte und Mitarbeiter einig, dass die hohen alltäglichen Anforderungen auf Dauer eine Überforderung darstellten. Vermehrte Fluktuation in der Vergangenheit bestätigte dies. In Workshops wurden die identifizierten Gefährdungen ausführlicher betrachtet.
Erste Maßnahmen zur Gefährdungsreduktion wurden eingeleitet. Durch einen Anbau an das bisherige Betriebsgebäude wurden die Arbeitsflächen erweitert. Die Mitarbeiter wurden in die Umgestaltung der bestehenden Flächen involviert und gestalteten ihre Arbeitsplätze selbst.
Zusätzlich wurden platzsparende Maßnahmen erarbeitet – zum Beispiel bei der Archivierung von Akten, durch Entrümpelung und den Verzicht auf Winkelkombinationen.
Gegen den Lärm durch Gespräche und Besprechungen fanden die Mitarbeiter einfache und wirksame Maßnahmen. In die vorhandenen Großraumbüros wurden Trenn- und Stellwände eingefügt. Zwischen 8.00 Uhr und 10.00 Uhr morgens wurde eine „störungsfreie Arbeitszeit“ eingeführt, in der die Kollegen den Kontakt untereinander auf ein Minimum beschränkten – wenn möglich sogar gänzlich ungestört arbeiteten.
Dem Zeitdruck, der Arbeitsmenge und dem Parallelmanagement wurde durch Umstrukturierung begegnet. Produktentwicklung und Grundlagen-Forschung wurden entkoppelt, Projekte entzerrt, teilweise ganz zurückgestellt.
Etwa ein halbes Jahr später wurden die Mitarbeiter nach ihren Meinungen zu den eingeführten Maßnahmen befragt.
Die Ergebnisse:
- Je 50 Prozent der Befragten sagten, dass sich Arbeitsplatzsituation und subjektives Wohlbefinden verbessert haben.
- 78 Prozent waren der Meinung, dass sich die Zusammenarbeit positiv entwickelt, und
- 33 Prozent gaben an, dass sich die eigene Arbeitsqualität und die Arbeitsergebnisse verbessert hätten.
- 60 Prozent stellten fest, dass sich die Raumsituation verbessert hat, nur 11 Prozent waren der Meinung, diese habe sich verschlechtert.
- 50 Prozent fanden, dass die Lärmbelastung deutlich reduziert werden konnte, 11 Prozent fanden dies nicht.
- Zur Arbeitsmenge und zum Zeitdruck fanden 28 Prozent, dass sich die Situation verbessert habe, 17 Prozent gaben eine Verschlechterung an.
Ein wirtschaftlicher Kosten-Nutzen-Vergleich wurde nicht angestellt. Nach Einschätzung der Verantwortlichen bei der Sick AG zeigen die Ergebnisse dennoch, dass es nach wie vor leichter ist, „handfesten“ Gefährdungen wie Platzmangel oder Lärm beizukommen als psychosoziale Gefährdungen und Stress zu reduzieren. |
 |
|
|