Ausgabe 11/08.2008                                                                                                      www.buero-forum.de

 

In dieser Ausgabe:
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Büroarbeit am Standort Deutschland
1. Mitgliederversammlung "Deutsches Netzwerk Büro e.V."
 
Das neugegründete Netzwerk Büro e.V. – hervorgegangen aus dem Initiativkreis neue Qualität der Büroarbeit – veranstaltet seine 1. Mitgliederversammlung
 
> Dienstag, 21. Oktober 2008
> 17.00 – 18.00 Uhr
> während der ORGATEC 2008 in Köln
   Koelnmesse, Konferenzraum D, CC-Nord
 
 
Vorweg – von 16.00 – 17.00 Uhr geht eine Vortragsveranstaltung zum Thema Erfolgsfaktor Büro, die von Willi Schneider und Bruno Zwingmann eröffnet und moderiert wird.
 
Hauptsprecher wird der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesministerium für Arbeit und Soziales, Klaus Brandner sein. Er spricht zum Thema Qualität und Innovation – Schlüsselfaktoren moderner Büroarbeit.
 
Daran anschließend referiert der Direktor des Fraunhofer Instituts für Arbeit und Organisation, Dr. W. Bauer, über Büroarbeit heute – Rahmenbedingungen und Herausforderungen.
 
Bevor Dr. Fischer, Direktor Prävention der Verwaltungs- und Berufsgenossenschaft das Leitbild für die Büroarbeit am Standort Deutschland entwickelt.
 
Unmittelbar daran anschließend folgt dann die 1. Mitgliederversammlung des neu gegründeten Vereins "Deutsches Netzwerk Büro". Mit dem am 25. Mai 2008 in Bonn gegründeten Verein wurden nun die notwendigen Strukturen geschaffen, um das Netzwerk auch in Zukunft unabhängig und autark zu führen und seine selbstentwickelten Zielsetzungen zu verfolgen. Unter dem Vorgänger-Namen INQA-Büro – (der Verein wird dieses Markenzeichen weiterverwenden) – hat der Verein beispielhafte Arbeitsunterlagen geschaffen, Daten zusammengetragen und Aktivitäten eingeleitet, z.B.:
 
> den Office Excellence Check
> die Besuchsreisen unter dem Thema "best practise"
> die Literatur-Datenbank zum Thema "Büro"
> die gemeinsame Herausgeberschaft der Leitlinie L-Q 01-06
   für Büroeinrichtungen
> mit dem Zertifikat "QUALITY OFFICE"
> den BüroTipp
> Datenermittlung und -aufbereitung zum Thema
   "Gute Arbeit im Büro"
 
 
 
 
 
 
 
 
Die neuen Bürowelten der Interpolis Versicherung, Tilburg/Niederlande
 
Begeisternd und mitreißend berichtete der Vorstandsvorsitzende über sein neues Verwaltungsgebäude, den Planungsprozess und die Zusammenarbeit, über die kreativen Architekten, die Lichtplaner, den Innenarchitekten und Designer und den Künstlern! Und: über die Zusammenarbeit mit den eigenen Mitarbeitern während des gesamten Planungsprozesses. Und zum Schluss seines Vortrages lud er die 250 gebannten Zuhörer ein, sich von den "neuen Bürowelten" in Tilburg zu überzeugen.
 
Entstanden ist dort ein Verwaltungszentrum für 1.500 Mitarbeiter. Entworfen wurde es vom Architekturbüro Abe Bonnema Architekten und Hylko van der Woude, Hardegarijp/Niederlanden. Das Stein gewordene Ergebnis steht weitläufigen Design-Hotellobbys oder Cafés alias Star-Bucks näher als landläufigen Büros.
 
Interpolis hatte den Planern im Vorhinein Vorgaben und Fragen für den Planungsprozess mitgegeben:
 
> wie sieht ein Raumangebot aus, das den komplexen
   Gesprächsbedarf eines modernen Dienstleisters unterstützt?
> eine Kantine, die 22 Stunden am Tag leer bleibt, sei pure
   Verschwendung, befand der Vorstand
> entwerft völlig unterschiedliche Zonen, in denen sich arbeiten,
   treffen, essen und ausruhen lässt, lautete das Briefing an die
   Designer und Künstler
> und die Aufgabe des Lichtplaners lautete: "arbeitssame
   Gemütlichkeit" schaffen – Ambiente zählt – nicht Lux-Werte!
 
Die Interpolis-Mitarbeiter können auf jeder Etage zwischen mehreren Arbeitsbereichen wählen. Nachdem sie persönliche Unterlagen und Handy abgeholt haben, entscheiden sie sich entweder für ein Einzel-"Cockpit" zum konzentrierten Arbeiten oder für eine von mehreren offenen Zonen zur Bearbeitung der momentanen Aufgaben. Jeder Team-Bereich verfügt über seine eigene Identität. Sie wird am Eingang zu jeder Etage jeweils von einem Cafe eröffnet. Für zusätzliche Flexibilität sorgen innovative Techniken. Gemäß der Interpolis-Philosophie "Dein Arbeitsplatz ist dort, wo Du Dich gerade aufhältst" stehen zum Arbeiten auch die Gemeinschaftsbereiche des Hauses zur Verfügung: das Restaurant genauso wie die spektakuläre Eingangshalle oder der landschaftlich ungewöhnlich gestaltete Skulpturen-Garten.
 
 
 
Holländische Versicherungsgesellschaften blicken auf eine lange bis zu Herman Hertzbergers Centraal Beheer-Bürogebäude in Apeldoorn reichende Tradition der Büroplanung zurück. Das Interpolis- Versicherungsgebäude schreibt ein gänzlich neues Kapitel über neue Arbeitsformen im Büro.
 
Ein ungewöhnlicher Park, ein ungewöhnliches Gebäude, ungewöhnliche Arbeitsplätze!
 
INQA-Büro – der Initiativkreis Neue Qualität der Büroarbeit – lädt ein, das Verwaltungsgebäude der Interpolis-Versicherung zu besuchen:
 
> Termin: 16.10.2008
 
Der Besuch steht unter dem Titel "Vor- und Nachteile flexibler Arbeitsplätze". Detaillierte Informationen (und Anmeldungsformulare) finden Sie unter www.erfolgsfaktor-buero.de/besuchsprogramm
 
 
 
 
 
 
Durchschnittlicher Bruttoflächenbedarf für einen Büro-Arbeitsplatz
 
Im Handbuch für den Baufachmann, Bauherrn, Lehrenden und Lernenden, der NEUFERT Bauentwurfslehre, überarbeitete 38. Auflage, September 2005 werden die Flächenansprüche für Verwaltungsgebäude und Büro-Arbeitsplätze in der Bandbreite, als Mittelwerte und in der durchschnittlichen Summe definiert:
 

 Fläche in m²
 

Bandbreite

Mittelwert

Summe  

 Büro-Arbeitsplatz

> engerer Büro-Arbeitsplatz
> Zusatzfläche für Beratung,
   Ablage

11,0 – 15,0
1,5 – 4,2

13,0
 2,5

15,5  

 Büro-Nebenflächen

> Sanitäranlagen
> Konferenz / Schulung
> Archivflächen
> Lager
> Kantine, Cafeteria, Teeküche
> Eingangsbereich
> Ver- und Entsorgung
> Poststelle
> Rechenzentrum
> Garagenstellplatz

0,6 – 0,8
0,3 – 1,0
0,4 – 1,0
0,4 – 1,5
0,6 – 1,6
0,2 – 0,7
0,5 – 1,5
0,3 – 0,5
0,5 – 1,5
0 – 13,0

0,7
0,6
0,6
0,6
1,1
0,4
1,0
0,4
1,0
2,6

9,0  

 Gebäude

> Konstruktionsfläche
> Haustechnik
> Verkehrstechnik
 

1,9 – 3,8
2,4 – 4,6
2,2 – 6,0

3,0
3,0
4,5

10,5  
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Flächen-Reduzierung oder
Flächen-Optimierung?
 
Ein Schlagwort geistert durch die Facility-Management-Szene, wenn die Sprache aufs Büro kommt - Flächen-Reduzierung!
 
Die Juli-Ausgabe des "Human Facility-Management-Letters" fasst den Inhalt einer Podiums-Diskussion zum Thema so zusammen:
"Erstaunlicherweise sehen nicht nur die Repräsentanten aus dem Facility-Management, sondern auch jene aus der Branche der Büroeinrichter die Büroflächen-Reduzierung als notwendigen Eingriff in eine bewährte organisatorische Substanz an. Alle argumentieren mit Ergebnissen von Analysen und Umfragen, die dem Büro tatsächlich einen äußerst schlechten wirtschaftlichen Stellenwert einräumen".
 
Prof. Dieter Lorenz kontert diese Aussage:
"Die moderne Arbeitswissenschaft sieht die Flächenminimierung auf sechs oder sieben Quadratmeter pro Mitarbeiter als den gravierenden Entzug eines erkämpften Freiraumes an und damit die Herabstufung zum "modernen Galeerensklaven". Erkauft werde er mit Leistungsabfall durch steigendes Desinteresse an der Aufgabe. Was anfangs wie monetärer Gewinn erscheine, werde sich als teurer Schachzug herausstellen, denn bekanntlich sei der Mensch der mit Abstand höchste Kostenfaktor".
 
Vor dem Beginn einer nachhaltigen Diskussion hierüber sollten die Begriffe geklärt werden. Weniger die Flächen-Reduzierung, eher die Flächen-Optimierung steht im Focus der Büroplaner. Durch moderne kleinteilig-modulare Einrichtungssysteme können bislang ungenutzte Flächen- und Raumreserven erschlossen werden, die sich bislang einer Büronutzung entzogen haben. Nicht grundsätzlich geht es dabei um Reduzierung - in manchen Fällen lassen sich die jeweiligen Arbeitsplatzflächen sogar bei kritischer Betrachtung frei- und großzügiger gestalten.
 
Lohnend kann es auch sein, die übrigen Flächen eines Verwaltungsgebäudes einer kritischen Wertung zu unterziehen - denn üblicherweise beträgt der Anteil der Büroarbeitsplatzfläche lediglich ca. 40% an der Gesamtfläche eines Verwaltungsgebäudes. Auch die Sonderflächen können und sollten von Zeit zu Zeit gewertet und optimiert werden: die Flächen für Schulung, Konferenz, Lobby, Besprechung, Kantine und Restaurant, Archiv, Repräsentation sind keineswegs statisch anzusehen. Auch hier ändern sich von Zeit zu Zeit die Anforderungen und Ansprüche - auch hier kann optimiert werden ohne damit zwangsweise zu reduzieren. Wenn jedoch beides zusammen möglich ist - Optimierung und Reduzierung - verbessert sich die Wirtschaftlichkeit einer Immobilie entscheidend.
 
Wie weit solche Optimierungen durchgreifen können, weist die Interpolis-Versicherung in Tilburg /NL nach, die durch einen Neubau dreißig Prozent ihrer Immobilienkosten einsparen konnte. Jedoch - nicht immer muss es ein Neubau sein - Altbauten können auch optimiert werden!
 
 
 
 
 

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