

| Höhere Beschäftigtenzahlen – zum Beispiel in der IT-Branche – bedeuten mehr Büroarbeitsplätze. Gleichzeitig wird Büroarbeit immer facettenreicher und komplexer. Wie stets wünschen wir Ihnen auch heute eine fruchtbare Lektüre.
Willi Schneider
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Ansprüche an Büroeinrichtungen steigen |
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|  Bildquelle: INQA-Fotodatenbank
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| Die deutschen Hersteller von Büromöbeln verzeichnen derzeit eine wachsende Nachfrage auf dem Heimatmarkt. »Es gibt einen echten Bedarf an Büroeinrichtungen«, berichtete Hendrik Hund, Vorsitzender des bso Verband Büro-, Sitz- und Objektmöbel, im Gespräch mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Grund seien die höheren Beschäftigtenzahlen, welche die Einrichtung neuer Arbeitsplätze erforderlich machten. Zudem stiegen aber auch die Ansprüche an die Ausstattung der Büros. Viele Unternehmen setzten in Zeiten des demographischen Wandels auf ein gehobenes Ambiente, um ihre Mitarbeiter an sich zu binden. Investiert werde in ergonomische Möbel, wie etwa höhenverstellbare Tische, an denen sowohl im Sitzen wie im Stehen gearbeitet werden kann, die aber gleichzeitig ansprechend gestaltet seien.
Durch die Neugestaltung der Büroräume sollen, so Hund, auch bessere Voraussetzungen für Team- und Projektarbeit geschaffen und die Kreativität gefördert werden. Immer öfter richten Firmen zwanglose Meetingzonen ein, in denen sich die Mitarbeiter spontan zusammensetzen können.
Die gute Umsatzentwicklung im Inland half den deutschen Büromöbelproduzenten im ersten Halbjahr, eine Schwäche im Auslandsgeschäft (minus 4,5 %) zu kompensieren und insgesamt ein Umsatzplus von knapp 2 % zu erzielen. Im Gesamtjahr – das zweite Halbjahr ist traditionell das stärkere – rechnet Hund mit einem Umsatzplus im niedrigen einstelligen Prozentbereich. Impulse erhoffen sich die Hersteller unter anderem von der Leitmesse Orgatec, die vom 23. bis 27. Oktober 2012 in Köln stattfindet.
Quelle: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 8. August 2012 |
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Der Jobmotor im IT-Sektor läuft
18.000 zusätzliche Stellen im Jahr 2011, 10.000 für 2012 erwartet
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| Die Beschäftigung in der Informations- und Telekommunikationsindustrie steigt stark an. Im vergangenen Jahr wuchs die Zahl der Mitarbeiter um 18.000 auf über 866.000. Für das laufende Jahr prognostiziert der Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien (BITKOM) einen weiteren Anstieg um 10.000 Beschäftigte. Diese Zahlen veröffentlichte der Hightech-Verband am Rande seiner Jahrestagung. »Der Jobmotor im IT-Sektor läuft. Vor allem Software-Anbieter und IT-Dienstleister stellen zusätzliche Mitarbeiter ein«, sagte BITKOM-Präsident Prof. Dieter Kempf. Innerhalb der Branche kommt es dabei zu starken Umschichtungen. Während in der IT im Jahr 2011 die Zahl der Beschäftigten um 22.000 Personen stieg, sank sie in der Telekommunikation um 3.000 Personen.
Der Fachkräftemangel bleibt das größte Wachstumshemmnis der Branche. Mehr als jedes zweite Unternehmen (54 Prozent) will in diesem Jahr zusätzliches Personal einstellen. Zwei Drittel der Unternehmen (63 Prozent) leiden nach eigenen Angaben aber darunter, für offene Stellen nicht das geeignete Personal zu finden. Das ergab eine aktuelle Umfrage des BITKOM unter seinen Mitgliedsunternehmen. Laut BITKOM gibt es in Deutschland derzeit rund 38.000 offene Stellen für IT-Spezialisten, die nicht oder nur sehr schwierig zu besetzen sind.
Kempf: »Die internationale Konkurrenz um die besten Köpfe der Welt ist hart und Deutschland steigt spät in diesen Wettbewerb ein. Umso wichtiger ist, dass wir mit großem Engagement und überzeugend weltweit für Deutschland als Lebens- und Arbeitsmittelpunkt werben.« Laut aktuellem BITKOM-Barometer ist das Geschäftsklima in der Hightech-Wirtschaft im zweiten Quartal des Jahres weitgehend stabil geblieben. Danach erwarten 69 Prozent der IT- und Telekommunikations-Anbieter steigende Umsätze im Vergleich zum entsprechenden Vorjahresquartal. Für das Gesamtjahr erwarten fast drei Viertel (73 Prozent) der Unternehmen steigende Umsätze. »Die Schuldenkrise in Europa und die Turbulenzen an den Finanzmärkten schlagen sich bislang kaum auf den ITK-Märkten nieder«, sagte Kempf. Der Verband bestätigte seine Jahresprognose: Die ITK-Branche wird in diesem Jahr voraussichtlich um 1,6 Prozent auf rund 151 Milliarden Euro zulegen. Sie wächst damit voraussichtlich deutlich stärker als die Gesamtwirtschaft. |
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| Telearbeit im internationalen Vergleich
Jeder Zweite würde zu Hause arbeiten, wenn er dürfte
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| Jeder zweite Deutsche würde von zu Hause oder einem anderen Ort abseits des Büros arbeiten, wenn er das Angebot von seinem Arbeitgeber bekäme. Damit liegen die Deutschen unter dem globalen Durchschnitt von 62 Prozent. Nur in Japan, Schweden (beide 38 %), Großbritannien (40 %), den USA (44 %), Kanada (47 %) und Australien (48 %) würden weniger Befragte das Angebot der Arbeit im Office annehmen. Das ergab eine Ipsos-Studie für die Beschäftige in 24 Ländern befragt wurden.
Weltweit nutzen 35 Prozent der Befragten diese Art des Arbeitens. Vor allem in Indien ist das Home-Office sehr populär. Acht von zehn Befragten (82 %) gaben an, regelmäßig auf diese Art zu arbeiten, 32 Prozent von ihnen arbeiten sogar nur von zu Hause. Auch in Indonesien (71 %), Mexiko (58 %), Südafrika (56 %) und der Türkei (56 %) findet die Telearbeit regelmäßig Anwendung. Schlusslicht in Sachen Home-Office ist Ungarn (8 %). Aber auch in Deutschland und Frankreich (beide 12 %) arbeitet nur etwa jeder Zehnte regelmäßig von zu Hause.
Zwei von drei Befragten (65 %) weltweit glauben, dass Arbeitnehmer, die die Telearbeit nutzen, produktiver sind, als die Kollegen im Büro. Auch in Deutschland stimmen 62 Prozent der Befragten dieser Aussage zu. Allein in Japan herrscht die Meinung vor, dass die Arbeit im Büro effektiver ist (56 %).
Die Ergebnisse dieser Studie stammen aus der »Global@dvisor Studie«, die von Ipsos zwischen dem 7. und 20. Oktober 2011 in 24 Ländern im Auftrag von Thompson Reuters News Service durchgeführt wurde. Für die Stichprobe wurden Personen zwischen 16 und 64 Jahren bzw. zwischen 18 und 64 Jahren befragt. In den wichtigsten Ländern wurden jeweils etwa 1.000 Personen befragt, in 10 weiteren Ländern lag die Stichprobe etwa bei 500 Personen. |
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Erwerbsquote der über 60-Jährigen mehr als verdoppelt
Zahl der Erwerbstätigen wird schon bis 2025 voraussichtlich um drei Millionen schrumpfen
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|  Bildquelle: INQA-Fotodatenbank
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| In den letzten 20 Jahren hat sich die Erwerbsquote der 60- bis 64-Jährigen mehr als verdoppelt, berichtet das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB). Während sie im Jahr 1991 noch bei 20,8 % lag, stieg sie bis zum Jahr 2010 auf 44,2 %. Die Erwerbsquote der 15- bis 64-Jährigen ist im gleichen Zeitraum von 71,1 auf 76,5 % gestiegen. Entscheidend dazu beigetragen hat die höhere Erwerbstätigkeit von Frauen.
Auch die Verbesserungen im Gesundheitszustand der Älteren sowie die veränderten politischen Rahmenbedingungen begünstigten den Anstieg der Erwerbsbeteiligung bei den Älteren, so das IAB. Gleichzeitig gab es deutliche Verschiebungen in der Altersstruktur: 58 % aller Erwerbstätigen und Arbeitsuchenden sind inzwischen älter als 40 Jahre. 1991 lag deren Anteil erst bei 44 %.
»Der Anstieg der Erwerbsbeteiligung und die Verschiebung der Altersstruktur der Bevölkerung haben den demografischen Rückgang mehr als ausgeglichen«, schreiben die Arbeitsmarktforscher des IAB in ihrer Studie. Langfristig könne aber auch ein weiterer Anstieg der Erwerbsquoten der Frauen und der Älteren den demografischen Wandel nicht mehr ausgleichen, betonen die Arbeitsmarktforscher. Die Zahl der sogenannten Erwerbspersonen, also die Summe aus Erwerbstätigen und Arbeitsuchenden, werde auf jeden Fall sinken. Bei realistischen Annahmen zur Entwicklung der Erwerbsbeteiligung und zur Zuwanderung werde der Rückgang bis 2025 gut drei Millionen und bis 2050 sogar rund zehn Millionen betragen, erklärt das IAB.
Die IAB-Studie kann unter www.iab.de heruntergeladen werden. |
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»Programm Zukunft«
Literaturtipp zum demografischen Wandel
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| Die Zunahme älterer Menschen an der Gesamtbevölkerung wird immer mehr von einem rein gesellschaftlichen zu einem auch wirtschaftlichen Thema. Die Auswirkungen werden langsam konkret – die Anzahl von Bewerbungen auf Ausbildungsplätze nimmt ab – die Belegschaften werden älter.
Der Thyssen Krupp Steel Europe AG ist es schon 2006 und damit früher als vielen anderen Unternehmen aufgefallen: ohne besondere Maßnahmen würde das Durchschnittsalter der Belegschaft von damals 44,9 Jahren bis 2020 auf 55 Jahre steigen. »Mit einem derart alternden Unternehmen im internationalen Wettbewerb bestehen zu wollen, wäre nicht nur schwierig gewesen, sondern wäre einem unternehmerischen Harakiri gleichgekommen«, schreibt der Arbeitsdirektor von Thyssen Krupp Steel, Dieter Kroll, in dem Buch »Programm Zukunft – Antworten auf den demografischen Wandel« (Gabler-Verlag, Wiesbaden, 2012).
Die Unternehmensführung war offenbar überrascht über die Auswirkung und schloss sofort eine »Vereinbarung zur Beschäftigungs- und Zukunftssicherung« mit der Gewerkschaft. Es folgte ein Tarifvertrag zur Gestaltung des demografischen Wandels.
Dieser Wandel umfasst viel mehr als nur das Bemühen um körperlich leichtere Arbeit für ältere Menschen. In dem Band werden alle Aspekte einer alternden Belegschaft beleuchtet. Das reicht von Nachwuchsförderung, Gesundheitsschutz und Arbeitsschutz bis zu den Fragen, wie man in einer alternden Belegschaft das Wissen der in großer Zahl ausscheidenden Mitarbeiter speichert und an wenige junge Mitarbeiter weitergibt. Gerade hier hat Thyssen Krupp Steel durch das sogenannte Wissens-Tandem eine Möglichkeit gefunden, Know-how nicht verlorengehen zu lassen.
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Preis für ökologisch wertvolle Büros |
| Unternehmen, die mit gezielten Maßnahmen zu einer ökologisch orientierten Gestaltung von Büroarbeit beitragen und zugleich die Work-Life-Balance und das Wohlbefinden ihrer Mitarbeiter steigern, können sich noch bis zum 31. Oktober dieses Jahres um den Kyocera-Umweltpreis bewerben.
In diesem Jahr gibt es erstmals einen Ehrenpreis für nachhaltige Büroarbeit. Mitinitiator dieses Preises ist das Fraunhofer IAO, das im Rahmen des Verbundprojekts »Office 21« bereits seit Jahren praxisnahe Lösungen rund um den Arbeitsplatz der Zukunft erforscht. Die Projekte sollen den folgenden Kriterien gerecht werden:
- Reduktion der Ressourcen-Inanspruchnahme durch Mobilität.
- Hoher Grad der Selbstbestimmung in der Wahl von Arbeitszeit und -ort.
- Reduktion der Ressourcen-Inanspruchnahme für Büro-Infrastruktur.
- Schaffung einer motivierenden, inspirierenden Arbeitsumgebung.
- Einbindung der Mitarbeiter in die Umsetzung und Realisierung nachhaltiger Arbeits- und Büroformen.
Der Gewinner erhält eine Mitarbeiteraktion für sein Team im Wert von 5.000 Euro. |
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